Unteres Gästehaus Kartause Ittingen, Warth, 2001-2004

Ein Hotel ist die Inszenierung eines temporären Lebensraums für den Gast. Die Gästezimmer sind eine der heutigen Nutzung entsprechende Interpretation des Klösterlichen. In einem einfachen, weissen Raum stehen ein massives Bett, ein Stuhl und ein frei in den Raum gestellter Holzblock. Dieser Körper zoniert das Zimmer und schafft mit plastischen Ausformungen räumliche Erweiterungen für die Garderobe, den Arbeitsplatz, das Lavabo und die Dusche. Die Toilette und alle anderen Funktionen sind schrankartig benützbare Teile des Körpers. Der weisse Raum mit dem beigegrauen Hartbetonboden wirkt eher kühl. Die Möbel vereinnahmen den Raum in ihrer warmen Materialiät, ihrem Licht und ihrer kubischen Prägnanz, ohne ihm seine Kargheit zu nehmen.

Die Reduktion des Intérieurs schafft den Luxus der Leere, Einfachheit und Ruhe. Die Konzentration und Einsamkeit des Kartäuserlebens ist Vorbild einer temporären Lebensmöglichkeit.