Umbau und Erweiterung Haus I Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden, Herisau, 2007-2009

Die Gebäudeeinschnitte definieren mit den bestehend belassenen Treppenhäusern die Form und Organisation der Erschliessungsräume. Über den Windfang erreicht man den grosszügigen Eingangsbereich, welcher mit einer Empfangssituation zum Pflegestützpunkt bedient werden kann. Der breite bestehende Korridor und die historischen Treppenhäuser mit den original belassenen Vorplätzen bilden zusammen mit dem neuen Vorplatzbereich der Aufzüge ein grosszügiges Raumgefüge. Der Innenausbau ist im Hinblick auf heutige Akustik- und Brandschutzanforderungen vollständig neu konzipiert. Kräftige Tür- und Fenstereinfassungen, prägnante Sockelleisten und täferartige Wandverkleidungen mit integrierten Schränken und Regalen schaffen ein gesamtheitliches, traditionell anmutendes Intérieur. Das dunkel, braunrot gestrichene Holzwerk schafft mit den Linoleumböden in warmen Rot- Braun- und Grüntönen eine Wohnlichkeit, welche die Erinnerung an das orginiale Intérieur erhält. Die Pendelleuchten und Kronleuchter aus Glas und Metall unterstützen diese Raumwirkung.
Dieser inhaltliche Anspruch wurde auch bei der Gestaltung der Wandtäfer in den Aufenthaltsräumen weitergedacht. Der St. Galler Künstler Bernard Tagwerker wurde beauftragt, ein akustisch wirksames Wandtäfer zu gestalten. Er hat einen Perforation geschaffen, welche Texte von Robert Walser als Strichcode transkribiert und so dem Bau die Erinnerung an Robert Walser einschreibt, der die letzten 23 Jahre seines Lebens im Haus I als Psychiatriepatient verbrachte.

Grundriss Bestand

Grundriss Neu