Abdankungshalle Dorf, Zollikon, 2009 - 2011

Die Abdankungshalle wurde ursprünglich vom Architekten Ernst Kettiger aus Zürich ca. 1968 als offene Wartehalle für den Friedhof geplant und erstellt.

Der ursprüngliche Bau war geprägt durch seine formal radikal reduzierte und dadurch überaus markante und raumprägende Betonstruktur. Er beherbergte nur einen Raum, der durch die streng dem quadrat huldigende Wand- und Deckenstrukturen einen sehr schlüssigen und einheitlichen Charakter aufwies. Mit quadraten durchbrochene und mit milichig weisen Gläsern versehene Wandelemte aus vorfabrizierten Wände harmonierten in selbstverständlicher Weise mit der den quadratischen Grundriss überspannenden Rippendecke, die wiederum als ein Feld von den Raum modelierenden Quadraten in Erscheinung tritt. Dieser einfache, an sich rationale Aufbau der Halle ist die grundlegende Qualität des Raumes. Durch diese Strenge und reduziertheit entsteht zusammen mit der modulierung des Lichtes ein ausgeprägt Ruhe und Kraft ausstrahlender Raum, der uns mit seiner Einfachheit an die einfachen romanischen Sakralbauten erinnert.

Leider wurde diese ergreifende Raumstimmung 1975 mit dem Umbau zur geschlossenen Abdankungshalle weitgehend zerstört. Ein fremd wirkender, an eine Stube gemahnender Ausbau mit einer hölzernen Täferdecke unter den Betonrippen und Teppichböden zerstörte die direkt wirkende Einfachheit des Ursprungbaus.

Mit unserer Renovation werden die von Ernst Kettiger geschaffenen Qualitäten zu neuem Leben erweckt. Mit einem asymetrisch gesetzen, einfachen Körper haben wir zusätzlich eine offene Abfolge von räumlichen Sequenzen geschaffen. Neu betritt man die Halle über eine Vorhalle, wendet sich vor dem einfach und zurückhaltend Materialisierten Körper erst einmal nach links. Durch den grosszügig verglasten Eingang schweift der Blick über die neu farbig leuchtenden Aussenwände. Das farbig modulierte, weiche Licht empfängt den Ankommenden, berührt Ihn wie ein liebes Grusswort und geleitet ihn um den Körper in die Abdankungshalle. Hier taucht er vollkommen ein, in das farbige Licht, das dem trauenden für die kommenden besinnlichen Minuten ein trostspendener Begleiter werden soll.