Grossmünster, Zürich, 2018

Realisierung der Verkaufstheken

2016–2017 wurde im Grossmünster das Projekt „Shop und Empfang“ umgesetzt. Drei Ausstellungtheken haben bestehende Sitzbänke im Bereich unter der Empore ersetzt und wurden mit dem notwendigen Elektro- und Internetanschluss ausgestattet. In den Möbeln wurden Audioguides integriert, gleichzeitig der Bedarf des Stauraums für die Verkaufsartikel gelöst und im Bereich der Theken wurde eine neue, zusätzliche Beleuchtung installiert. Nicht unwichtig war die Verbesserung der Behaglichkeit der Arbeitsplätze bei den Theken, welche mit dem Einbau elektrischer Bodenheizmatten erfolgte, die für eine Temperierung der Arbeitsplätze sorgen. Nebst den Theken wurden Schliessfächer in bestehende Sitzbänke eingebaut, welche als Gepäckablage für die Turmbesucher dienen.
Das Grossmünster als Ganzes steht unter Denkmalschutz und gilt als Wahrzeichen der Stadt Zürich. Dieser Fakt hat sich in allen Phasen der Projektentwicklung und in der Realisation abgezeichnet.
In der Projektentwicklung bestand der hohe Anspruch, nebst den architektonischen Anforderungen, in der Kommunikation mit diversen Gremien in denen der Kanton, die Kirchgemeinde, die Kirchenpflege, die Kirche und der Stadtverband vertreten waren. Die sehr enge Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege war essentiell und sie begleitete das Projekt in jeder Phase.
Vor der Realisierung wurden verschiedene Bemusterungen vor Ort durchgeführt. Zwei Funktionsmuster im Massstab 1:1 wurden erstellt, davon eine ganze Theke als Mockup. Diese wurden in der Kirche auf Funktion getestet und mit Oberflächen bemustert. Die Behaglichkeit wurde intensiv diskutiert, denn die bauphysikalischen Massnahmen
durften keinen negativen Einfluss auf das sehr heikle „Mikroklima“ in der Kirche haben. Dem chirurgischen Eingriff in den Bestand, der unter vollem Betrieb in Hochsaison stattfand, gingen aufwendige Schutzmassnahmen und sorgfältige Demontagen der bestehenden Einrichtung vor.
Als grösste Herausforderung bei der Baustellenvorbereitung war die Trennung des Baustellenbereiches vom Rest der Kirche. Dies konnte durch raumhohe „Staubwände“ aus Holzwerkstoffplatten gewährleistet werden, aus welchen die genauen Konturen der Stützen mit einer CNC Maschine ausgeschnitten wurden, um sie präzise in die Bögen zwischen die Stütze einsetzen zu können. Um sicher zu sein, dass sich kein Feinstaub während den Arbeiten in der Kirche verteilt und die Orgel beschädigt, wurden Luftfilteranlagen im Baustellenbereich platziert.